Kennt ihr den Spruch „Qualität setzt sich durch“? Ich weiß nicht, ob das jemals gegolten hat, aber im Tourismus trifft dieser Satz auf jeden Fall nur für das Marketing zu. Aktuelles Beispiel ist meine Suche nach einer Ferienwohnung in Ramsau am Dachstein. Diese Gegend in der Steiermark bis hinüber nach Hallstatt (Foto: Getty Images) ist derartig atemberaubend, dass selbst ich als Freund der Schweizer Berge im Sommer noch einmal den Versuch eines Winterurlaubes in Österreich starte.
Wintersportgebiet Ramsau ausgebucht? Nö.
Natürlich ist in der Hauptsaison so gut wie alles ausgebucht. Meine Anfrage beim Tourismusamt ergab jedoch, dass eine Ferienwohnung für den sagenhaften Preis von unter 300 Euro für 7 Tage (ohne Frühstück) nicht nur zu meinem Wunschtermin, sondern eigentlich immer leer steht. Wie das? Ist sie so schlecht? Nein. Die Antwort ist eine andere. Mein Domizil ist im Internet nicht einmal zu finden, wenn man Namen und Adresse bereits weiß. Eine Erwähnung in der Länge eines Telefonbuch-Eintrages gibt es. Keine Beschreibung, keine Bewertung, kein Test, nichts.
Ja klar, ich nehme Einschränkungen bei der Ausstattung in Kauf, ein lang nicht bewohnter Raum hat auch einen anderen olfaktorischen Faktor als ein immer gut gelüftetes und bewohntes Zimmer. Aber da halte ich es wie Kollege Pit Gottschalk mit dem Hyatt-Hotel in Köln: Auf die Aussicht kommt es an.
Ich habe mich erkundigt, vor Ort. Die Unterkunft ist empfehlenswert. Nur Werbung macht der Eigentümer nicht, gar keine. Kein Reisebüro kennt das Haus. Und jetzt sagt sich der eine oder andere: Na ja, ein paar Exoten gibt es immer. So ist das aber nicht. In jedem Ort der Alpen gibt es einen hohen Prozentsatz von Ferienwohnungen, deren Vermieter allenfalls mit einem Schild am Balkongeländer für sich wirbt. Manchmal nicht einmal das, und deshalb schaue ich am Türschild eines interessanten Privathauses, ob da auf der zweiten Klingel vielleicht „Ferienwohnung“ steht. Kein Witz, dabei bin ich mehr als einmal erfolgreich gewesen!
Unterkunfstsuche ohne Voranmeldung nach Augenschein
Ich pflege in den Bergen folgendes Vorgehen bei der Unterkunftssuche, jedenfalls wenn ich mit dem Auto unterwegs bin. Ich fahre ohne Reservierung in den Ort, durch ihn hindurch in die Richtung, in die ich vom Balkon und aus dem Fenster schauen möchte, und blicke zurück. Nun ist klar erkennbar, welches die besten Lagen sind. Zurück im Ort überprüfe ich, ob Zimmer oder Wohnungen vermietet werden. Meist ist es so. Und der Preis ist dann grundsätzlich niedriger als ringsum. Wie das kommt? (weiterlesen …)








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